Haushaltsplan 2019

von Tilo Klotz

  • Der zweite doppische Haushaltsplan weist ein positives Ergebnis aus, welches besser als erwartet ist. Die Gründe hierfür liegen in einer positiven Entwicklung, die sich durch alle Steuereinnahmen zieht. Ein Dank an die Kämmerei für die geleisteten Arbeiten rund um den Haushaltsplan.

  • Erfreulich ist insbesondere, dass bei den Gewerbesteuern der Stadt Großbottwar in den vergangenen Jahren ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen ist. Es freut uns besonders, dass hier Industriebrachen mit neuem Leben erfüllt werden.

  • Jedoch sind die Ausgaben auf Rekordniveau. Die neue Stadthalle ist hierbei im HHP 2019 mit 3,2 Mio € als größter Brocken verzeichnet. Aber auch Sanierungsmaßnahmen im Kindergarten Winzerhausen, in der Schule Hof und Lembach, im Realschulgebäude I oder Infrastrukturmaßnahmen wie der Brückenbau Bahnhofstraße sowie die Dorfsanierung Winzerhausen und weitere sind vorgesehen. Insgesamt sieht der HHP rund 7,48 Mio € für Baumaßnahmen vor. Dies ist eine erneute Steigerung zum Vorjahr von 1,8 Mio €. Dementsprechend steigt die Pro-Kopf-Verschuldung der Einwohner. Betrachtet man die allgemeinen Schulden, können sich diese auf einen Rekordstand von 940 € pro Einwohner entwickeln. Womit die Verschuldung pro Einwohner mehr als 100 % über dem Landesdurchschnitt liegt. Auch die Schulden im Wasserwerk werden in den nächsten Jahren beachtlich steigen.

  • Die stetig steigenden Personalkosten haben einen wesentlichen Anteil auf der Ausgabenseite.

  • Auch wenn die derzeitigen konjunkturellen Zukunftsprognosen positiv sind, sind wir in Großbottwar gut beraten, zukünftig weitere große Baumaßnahmen und Investitionen auf den Prüfstand zu stellen und verstärkt an Sparmaßnahmen zu denken. Aufgrund der hohen Verschuldung ist Ausgabendisziplin wichtiger denn je zuvor.
  • Der Großbottwarer HHP ist nicht auf Rosen gebettet. Insbesondere Begehrlichkeiten, die aufgrund der scheinbar guten Zahlen aufkommen, müssen ggf. vom Gremium abgelehnt oder verschoben werden.

  • Im Schatten der großen Ausgabenpositionen darf man nicht wichtige Zukunftsinvestitionen übersehen. Für Aktiv! ist ein solcher Posten der Pauschalansatz von 10.000 € für die Konzeption der Busspur zwischen Großbottwar und Marbach sowie der Bottwartalbahn-Konzeption wichtig. Alternative Verkehrskonzepte werden in der Zukunft von großer Bedeutung sein.

  • Mit kleinen Maßnahmen wie ein Basketballfeld  oder ein Kneippbecken im Sport- und Freizeitgebiet Winzerhäuser Tal  könnten wir mit wenig finanziellem  Aufwand viel positive Wirkung bei der Bevölkerung erreichen. Ebenso liegt Aktiv! sehr viel an der zeitnahen Erarbeitung und Umsetzung eines Innenstadtkonzepts.

  • Einsparpotential sehen wir  in der Umstellung auf digitale Sitzungsunterlagen, für die im Haushalt 17.000 € vorgesehen sind. So kann hier das Ehrenamt auch spürbar entlastet und neben der monetären und ökologischen Entlastung die Arbeit des Gremiums deutlich optimiert werden. Umliegende Kommunen haben den Nutzen hier schon längst erkannt und entsprechend umgestellt.

    Thomas Haag
    Aktiv!
    Großbottwar, den 20. Februar 2019

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